Im Kasseler Stadtteil Wehlheiden entsteht ein moderner Holzbau, der Wohn-, Büro-, Praxis- und Ladennutzung in einem Gebäude vereint und einen gemeinsamen Ort für Familien, alte und junge Menschen, Berufstätige und Studierende schafft.
Am Kreuzungsbereich Wittrockstraße / Ecke Hentzestraße entsteht ein identitätsstiftender neuer Stadtbaustein, der die im Moment stark vernachlässigte stadträumliche Situation aufwertet und neu definiert.
Mit seiner markanten Gestalt bildet das neue Wohn- und Geschäftshaus ein signifikantes Merkzeichen am Übergang zum alten Ortskern Wehlheidens. Gleichzeitig entsteht ein spannungsvoller Auftakt zum westlich angrenzenden Areal rund um die Hupfeld-Schule.
Langlebigkeit, Energieeffizienz und Klimaneutralität bilden die Leitwerte des in Holzbauweise gefertigten Gebäudes, das sich aus drei Bausteinen zusammensetzt.
Ein massiver Sockel, der sich in den bewegten Geländeübergang zur Wittrockstraße schiebt, bildet die kraftvolle Basis des Gebäudes.
Das darüberliegende, gläsern gestaltete Erdgeschoss öffnet sich mit einer einladenden Geste zum Quartier und bildet die zentrale Adresse und Anlaufstelle des Hauses.
Über der transparenten Gebäudefuge schwebt ein urbaner Holzbau, der die vier Wohngeschosse aufnimmt und sich mit drei gleichförmigen Giebelfiguren kraftvoll zum Stadtraum orientiert.
Im Erd- und Sockelgeschoss werden zwei jeweils bis zu 500 m² große Büro- und / oder Ladenflächen konzipiert. Die Einheiten können sowohl einzeln als auch zusammenhängend genutzt und gemietet werden.
Im Erdgeschoss soll neben der integrierten Paketstation auch ein Raum für ein qualitätvolles kleines Quartierscafé vorgesehen werden. In den Obergeschossen sollen neben Arztpraxen (vorzugsweise im 1. + 2. OG) auch Räume für gemeinschaftliche, quartiersoffene Nutzungen angeboten werden.
In seinen Obergeschossen beinhaltet der in modularer Holzrahmenbauweise gefertigte Neubau bis zu 40, in großen Teilen barrierefreie, kleine bis mittelgroße Apartments, die nach individuellen Bedürfnissen auch zusammengeschaltet werden können.
Mit seiner lebendigen Holzverschalung und seinen großen Fensteröffnungen artikuliert sich der Neubau auch in seiner Fassadengestaltung als moderner und zukunftsweisender Holzbau.
Im Inneren tragen holzsichtige Brettsperrholzdecken, sichtbare Träger und Stützen sowie Holztafel-Außenwände zum authentischen Wohnklima bei und unterstreichen die gesunde Wohnqualität.
Holzbau Kühlborn und Pape + Pape Architekten aus Kassel wollen gemeinsam das Stadtbild im Einklang mit einem nachhaltigen Fußabdruck verändern und einen neuen Ankerpunkt für das Zusammenleben und Miteinander in Wehlheiden schaffen.
Ziel ist es, den Stadtteil Wehlheiden für die Anwohner aufzuwerten, neuen Wohnraum zu schaffen, Versorgungsangebote weiterzuentwickeln und durch ein attraktives Wohn-, Praxis- und Geschäftshaus in Holzbauweise zu beleben.
Die gewählte Holzbauweise wirkt sich dabei positiv auf die Klimabilanz und den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes aus. Der nachwachsende Baustoff Holz benötigt einen vergleichsweise geringen Energieaufwand bei der Herstellung, bindet langfristig CO2, vermeidet durch die Substitution herkömmlicher Baustoffe klimaschädliche Emissionen und kann beim Rückbau des Gebäudes als Kreislaufbaustoff wiederverwendet werden. Die hoch wärmegedämmte Gebäudehülle reduziert den Energieverbrauch und den Heizwärmebedarf im laufenden Betrieb erheblich. Zudem sorgt die Holzbauweise für ein angenehmes und ausgeglichenes Raumklima.
Die Flexibilität des Holzbaus ermöglicht es, Grundrisse und Wohnungsgrößen an unterschiedliche Bedürfnisse anzupassen und auch nachträglich zu verändern. So können beispielsweise zwei Wohnungen zusammengelegt werden, wenn eine größere Wohnfläche gewünscht wird. Diese Anpassungsfähigkeit des Gebäudes an veränderte Bedürfnisse und Umstände ist ein wichtiger Aspekt einer nachhaltigen Architektur.